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Bobs-Nominierter in Bangladesch mit Macheten ermordet


Der prominente Blogger und Autor Abhijit Roy und seine Frau Rafida Ahmed Banna sind in Bangladesch auf offener Straße von einer Gruppe mit Macheten bewaffneter Islamisten angegriffen worden. Roy erlitt schwerste Kopfverletzungen und starb später während einer Notoperation im Krankenhaus, seine Frau überlebte den Angriff knapp.

Roy, der die US-Staatsbürgerschaft besitzt, war 2014 von der internationalen Jury der Bobs in der Kategorie “Best Blog” nominiert. Sein Blog “Mukto-Mona” galt als wichtige Plattform und Stimme für einen liberalen Säkularismus in Bangladesch. Unser bengalisches Jurymitglied Shahidul Alam hat auf Instagram ein Bild vom Tatort veröffentlicht. Sein Appell auf Google Plus ist eindringlich: “Please share widely. This cannot be allowed to continue”

Roy ist nicht das erste Opfer radikaler Islamisten in Bangladesch. Schon 2013 war der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider auf dieselbe Weise brutal ermordet worden. Sein Tod hatte damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straße getrieben. Im Januar 2013 wurde auch der Preisträger der Bobs aus dem Jahr 2012, Asif Mohiuddin, bei einem Machetenangriff schwer verletzt.

Wir schließen uns dem Appell von Shahidul Alam an. Die brutale und systematische Ermordung atheistischer Blogger in Bangladesch muss aufhören.

RIP #AvijitRoy

Mehr Informationen auf DW.de

Update: Die Deutsche Welle hat eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Deutsche Welle Freedom of Speech Award geht an Raif Badawi


Raif Badawi

Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi erhält den „Deutsche Welle Freedom of Speech Award“, den der deutsche Auslandssender in diesem Jahr erstmals ausgelobt hat.

Die DW vergibt den Preis im Rahmen der internationalen Online-Awards „The Bobs – Best of Online Activism“.

Intendant Peter Limbourg: „Das Direktorium der Deutschen Welle hat sich einstimmig für Raif Badawi ausgesprochen. Er steht in herausragender Weise für den mutigen, unerschrockenen Einsatz für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung. Unsere Auszeichnung soll ein starkes Zeichen setzen und sein Schicksal noch stärker in das Licht der Weltöffentlichkeit rücken. Wir hoffen, dass somit der Druck auf die Verantwortlichen in Saudi-Arabien noch größer wird, Badawi endlich freizulassen.“

Der 31-jährige Blogger Raif Badawi wurde im Mai 2014 von der saudischen Justiz zu 1.000 Stockschlägen, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Am 9. Januar wurde er erstmals öffentlich ausgepeitscht.

Ensaf Haidar, seine in Kanada lebende Frau, sagte der Deutschen Welle: „Ich bin überglücklich. Der Deutsche Welle Freedom of Speech Award sendet eine deutliche Botschaft an das saudische Regime. Es ist eine Schande, dass Raif noch im Gefängnis sitzt. Insbesondere in diesen Zeiten, da Saudi-Arabien gegen die menschenrechtsverachtende Gruppe ‚Islamischer Staat‘ einen Krieg führt. Ich bin der Deutschen Welle zutiefst dankbar für ihre Unterstützung.“

Preisverleihung auf dem Global Media Forum

Die Deutsche Welle zeichnet im Rahmen von „The Bobs – Best of Online Activism“ zum elften Mal international herausragende Online-Aktivisten und Netz-Projekte aus. Für die Ausgabe 2015 hat der deutsche Auslandssender das Konzept von „The Bobs“ überarbeitet. Wichtigste Neuerung ist der Freedom of Speech Award, mit dem die Deutsche Welle eine Person oder Initiative ehrt, die sich in besonderer Weise in der digitalen Welt für Meinungsfreiheit einsetzt.

Der Gewinner des Freedom of Speech Award sowie die Preisträger in den drei Jury-Kategorien von „The Bobs“ werden am 23. Juni auf dem Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn geehrt.

Mutig für die Meinungsfreiheit

Raif Badawi kämpft seit Jahren für Meinungsfreiheit in seinem Land. Auf der Webseite „Freie Saudische Liberale“ greift er politische und gesellschaftliche Missstände in Saudi-Arabien auf. Er veröffentlichte beispielsweise sarkastische Artikel über die Religionspolizei, nannte eine große Universität des Landes einen Hort für Terroristen und schrieb über den Valentinstag – auch das ist in Saudi-Arabien verboten. Im Juni 2012 wurde er zum wiederholten Mal verhaftet. Der Vorwurf: Er habe auf seiner Website den Islam, Religionsführer und Politiker beleidigt. Seine Frau Ensaf Haidar floh 2013 mit den drei gemeinsamen Kindern aus Saudi-Arabien. Die Familie fand politisches Asyl in Kanada.

Hintergrundinformationen zu Raif Badawi